Zahntechnikermeister · München
Gary Treskunov
Zahntechnikermeister
Im Beruf seit 1986, Meister seit 2002. Danach habe ich Zahnmedizin studiert. Nicht, um zu behandeln, sondern weil ich verstehen wollte, warum gute Arbeiten am Stuhl scheitern.

1986
Im Beruf seit
2002
Meisterbrief
2003–2008
Zahnmedizin studiert
2001
Volldigital seit
3
Meister ausgebildet

Herkunft
Der erste Arbeitstag lag sechs Tage vor dem Schulabschluss
Am 20. Mai 1986 fing ich in einer Poliklinik an, als Polierer und zahntechnische Aushilfskraft. Der letzte Schulglockentag war am 26. Meine Eltern waren beide Zahnärzte, mein Vater der bekannteste der Stadt. Ich bin in ihrer Praxis aufgewachsen.
Im September begann die zahntechnische Ausbildung. Auf jeden Platz kamen achtzehn Bewerber. Ich belegte den ersten Platz als bester junger Zahntechniker, besonders gut konnte ich Zähne schnitzen.
„In unserem Staat damals gab's nur sechs Zahntechniker, die mit Keramik arbeiten durften. Alle sind sehr erfahren gewesen. Und ich als Jüngster war auch dabei.“

1993
In Deutschland fing alles noch einmal von vorne an
Meine erste Bewerbung wurde sofort angenommen, bei einem Labor in Meßkirch. Am ersten Tag arbeitete ich zur Probe. Alle drei Meister lachten darüber. Dann sagte der Chef: „Sie brauchen Ausbildung.“ Ich wusste nicht, was das ist, eine Ausbildung.
Aus dem Keramiker, der in seinem Land einer von sechs war, wurde jemand, der Modelle goss und die Arbeit der anderen vorbereitete. Ich fragte meinen Chef, wann ich mehr lernen dürfe. Sobald ich mit meiner eigenen Arbeit fertig sei, sagte er.
„Es war wirklich sehr schwer für mich, nochmal anzufangen. Aber ich hab mir geschworen: ich werde der Beste werden. So arbeitete ich auch am Samstag und Sonntag, damit ich neue Techniken dazu erlernen dürfte.“
Nach einigen Jahren war ich seine rechte Hand.

Über mich
40 Jahre Handwerk. Ein Gesicht. Eine Handschrift.
2002 legte ich die Meisterprüfung ab. Seit 2003 führe ich mein eigenes Labor in München. Es ist inhabergeführt geblieben, während um uns herum Investoren ein Labor nach dem anderen aufkaufen.
Über die Jahre fiel mir immer dasselbe auf: Behandler und Techniker reden über denselben Fall und meinen nicht dasselbe. Der Behandler sieht einen Mund, ich sehe ein Modell. Beide haben recht, und trotzdem passt es am Ende nicht.
Deshalb habe ich von 2003 bis 2008 an der Universität Almaty Zahnmedizin studiert, berufsbegleitend, während das Labor in München weiterlief. Eine deutsche Approbation habe ich nicht, und ich behandle niemanden. Seitdem kenne ich aber beide Seiten des Behandlungsstuhls.

Womit ich arbeite
Volldigital seit 2001
Wolceram-Elektrophorese als eines der ersten Dentallabore in Deutschland, Kopierfrästechnik ab 2005, optische 3D-Digitalisierung ab 2007, Fünf-Achs-Fräsung ab 2011.
- Intraoralscan und digitale Abformung
- CAD/CAM-Konstruktion mit exocad, das ich auch als Trainer unterrichte
- Fertigung im eigenen Haus in München
- Qualitätskontrolle unter dem Mikroskop, bevor eine Arbeit das Labor verlässt

Haltung
Am Stachus, ein Jahr später
Eine Patientin kam mit einer schiefen Gesichtsebene. Ich machte ihr ein Mockup, ohne es zu berechnen, damit sie sehen konnte, was möglich ist, bevor sie sich entscheidet. Als sie es sah, weinte sie. Dann sagte sie, dass sie es sich nicht leisten kann. Sie war arbeitslos. Dreiundzwanzig Einheiten.
Ich habe mit dem Zahnarzt gesprochen. Wir haben auf neunzehn reduziert und beide beim Preis nachgegeben. Ein Jahr später begegnete ich ihr zufällig am Stachus. Sie war verheiratet, arbeitete bei Armani und erzählte mir, dass sie ein ganz neues Leben habe.
„Ich schütze meine Helden.“

Für Zahnarztpraxen
Gary for Dentists
Andere liefern Zahnersatz. Wir geben Rückendeckung. Was das für Ihre Praxis bedeutet, steht auf garyfordentists.com.
Inhabergeführt, aus München.

